Obst- und Gartenbauverein Gränichen
DV des VdgV
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© 2017 Obst- und Gartenbauverein Gränichen

Delegiertenversammlung des VdGV

Wenn das Glück unter den Füssen spriesst

Rund 90 Delegierte des Verbandes Deutschschweizer Gartenbauvereine (VdGV) trafen sich im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg zu ihrer Jahresversammlung. Dieser Anlass wurde vom Obst- und Gartenbauverein Gränichen perfekt organisiert und mit liebevollen Details „garniert“.

Mit seinen 130 Mitgliedern gehört der 1936 gegründete OGV Gränichen zu den grösseren Vereinen des Dachverbands Deutschschweizer Gartenbauvereine. Statt einer Jubiläumsfeier organisierte der aktive Verein die diesjährige Delegiertenversammlung, die jedes Jahr in einer anderen Region der Deutschschweiz stattfindet. Die Abgeordneten von 50 Obst- und Gartenbauvereinen mit insgesamt rund 6000 Mitgliedern reisten aus dem VdGV-Einzugsgebiet an, das vom Oberwallis bis in die Ostschweiz reicht. In seiner Begrüssung stellte Gemeindeammann Rolf Arber das „Dorf zum Daheimsein“ vor und erwähnte lobend das Engagement des Obst- und Gartenbauvereins Gränichen, der sich für die Biodiversität auf kleinem Raum einsetzt. Über die Vorzüge des Gärtnerns zu sprechen, fühle sich ein bisschen an, wie Bekehrte bekehren zu wollen, schmunzelte Frau Landammann Susanne Hochuli. Stolz auf ihre (bio)bäuerliche Herkunft freute sie sich, dass sich sogar Städter zu dieser neuen Leidenschaft bekennen, die in unserer hektischen Zeit als letzten echten Luxus empfunden werde. „Nur der Dumme sucht sein Glück in der Ferne. Der Kluge lässt das Glück unter seinen Füssen spriessen“, zitierte sie ein chinesisches Sprichwort. Der Garten sei ihr Erholung und Therapie, gab sie in ihrer persönlichen Rede zu und gestand, dass zu ihrem persönlichen Glück ein bisschen Gartenerde unter den Fingernägeln gehöre. 

Vielseitiges regionales Kursangebot im „Schweizer Garten“

Unter der Leitung des vor einem Jahr gewählten VdGV-Präsidenten Thomas Hug ging das reich befrachtete Tagungsprogramm zügig über die Bühne. Unter anderem wurde deutlich, wie sehr die regionalen Vereine durch den Dachverband unterstützt werden, sei es bei der Aus- und Weiterbildung, bei internen Angelegenheiten, bei der Werbung und für die Mitglieder werden einzigartige Gartenreisen organisiert. Verstärkt werden soll die Mitgliederwerbung und die Zusammenarbeit mit ähnlichen Organisationen. Interessant ist die Beteiligung an dem vom neu gewählten Vorstandsmitglied Sabine Sägesser vorgeschlagenen Projekt Gartenkind, bei dem Kinder Verantwortung für ihr eigenes Gartenbeet übernehmen können. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit der Monatszeitschrift „Schweizer Garten“, die Veranstaltungen der regionalen Gartenbauvereine publiziert und einen Beratungsdienst rund um das Gärtnern anbietet.

Zeit für den Gedankenaustausch bot der von der Gemeinde spendierte Apéro und das feine Mittagessen aus der „Liebegg“-Küche. Am Nachmittag erhielten die Teilnehmer einen interessanten Einblick in die Sparten Feldbau, Gartenbau, Tierhaltung und Obstbau des Ausbildungs- und Versuchsbetriebs Liebegg. Mit Problemen wie Feuerbrand und Kirschessigfliegen sehen sich auch die Hobbygärtner konfrontiert. Ganz auf biologische Anbaumethoden und Nützlinge wird im Schulgarten und in den Gewächshäusern gesetzt. Um die Mischkultur zu vereinfachen, wird das Gemüse in drei Familiengruppen (Kreuzblütler/Gänsefussgewächse, Doldenblütler/Liliengewächse, Schmetterlingsblütler/Korbblütler) angebaut. Sehr bewundert wurden die verschiedenartigen Beerenkulturen und die prächtigen Blumenbeete. Auch der grosszügige Kräutergarten stiess auf grosses Interesse. Ohnehin lässt das vielseitige Kursangebot vieler Gartenbauvereine durchblicken, dass das Thema Würz-, Heil- und Giftkräuter zurzeit eine richtige Renaissance erlebt. 

Abgerundet wurde die Versammlung mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet, das die vielfältigen Backkünste der dörflichen Vereinsmitglieder (und ihrer Partnerinnen) aufs Schönste präsentierte und die Teilnehmenden für die teilweise sehr lange Heimreise stärkte.

OK mit Rolf Arber, Gemeindeammann und Frau Landammann Susanne Hochuli: v.l. Stefan Vögele (OK-Präsident), Susanne Hochuli, Rolf Arber, Stefan Baumann, Werner Lerch, Hanni Peter, Regula Hächler, Bruno Kolb (es fehlt Rolf Peyer).

Text und Foto von Erika Lüscher