Vereinsreise in die Ostschweiz
Am frühen Morgen haben sich 34 reiselustige Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Gränichen eingefunden um gemeinsam eine wunderschöne Reise in die Ostschweiz zu beginnen. Schon vor der Abfahrt war klar, dass es ein schöner und heisser Tag wird. So blieben die Regenschirme zu Hause und dafür wurden Sonnencrème und Hut mitgenommen.
Ohne Stau erreichten wir unsere erste Station, das Landwirtschaftliche Zentrum in Flawil, mit leichtem Vorsprung auf die Marschtabelle. So blieb etwas mehr Zeit um Kaffee und Gipfeli in der Mensa zu geniessen, bevor wir in zwei Gruppen zu den interessanten Vorträgen und Führungen über Saatzucht und über die Herstellung kaltgepresster Öle starteten.
Viel Wissenswertes erfuhren wir über die Geschichte der Saatzuchtgenossenschaften, über deren Gründung nach dem ersten Weltkrieg und die Auflösung in neuster Zeit. Die aktuellen Projekte der letzten verbleibenden Saatzuchtgenossenschaften sind vielfältig. Beeindruckend ist auch, dass diese Organisation im globalen Saatguthandel ohne jegliche Subventionen profitabel mitmachen kann. Dank verschiedenen Inovationen und geschickter Ausnutzung der eigenen Vorteile gelingt es immer wieder neue Nischen zu finden.
Eine solche stellt die Saatzucht verschiedenster, teilweise alter und lange als verschollen gegoltener Kartoffelsorten. Die auffallendste Vertreterin der exotischen Sorten ist sicher die Blaue St. Galler Kartoffel. Als Farbtupfer auf einer Portion Kartoffelstock wird diese Kartoffel von Köchen geschätzt. Die ebenfalls aus dieser, übrigens wie eine normale Kartoffel schmeckenden, Knolle hergestellten Blue Chips sind nicht nur von Bankern heiss begehrt und leider zur Zeit ausverkauft.
Das Landwirtschaftliche Zentrum Flawil hat sich zudem auf die Herstellung kaltgepresster Öle spezialisiert. Die dazu notwendigen Rohstoffe werden in der Gegend angebaut. Nicht nur konnte die Herstellung der Öle beobachtet werden, wir lernten in einem spannenden Vortrag auch viele Vorzüge dieser Naturprodukte kennen.
In einer Degustation konnten die verschiedenen Öle ausgiebig getestet werden und jeder ermittelte sein persönliches Lieblingsöl, das dann auch gleich erworben werden konnte.
Mit vielen neuen Eindrücken stiegen wir in den Car und fuhren durch die malerische Landschaft zu unserem nächsten Halt in Egg.
Das Mittagessen genossen wir im Gasthof Hirschen in Egg. Leider war es viel zu heiss um auf der schönen Terrasse die Mahlzeit einzunehmen. So zogen wir das kühlere Sääli vor.
Anschliessend ging es weiter in Richtung Appenzell. Eine Baustelle zwang uns zu diversen Umwegen. Dabei konnten wir die malerische Gegend ausgiebig betrachten.
Da wir genügend Reserve eingerechnet hatten, reichte es trotz der Verspätung noch zu einem Spaziergang durch Appenzell. Erstaunt waren wir von den vielen Menschen, die in allen Gassen flanierten. Die bunten Häuser animierten zu zahlreichen Fotos.
Genau rechtzeitig zur Führung erreichten wir die Appenzeller Alpenbitter.
Ein interessanter Film über die Geschichte der Firma leitete die Führung durch die Appenzeller Alpenbitter ein. Die gezeigten Schritte zur Herstellung der diversen Getränke konnten auf der anschliessenden Führung in den verschiedenen Räumen nachvollzogen werden. Natürlich durfte eine kleine Degustation am Ende nicht fehlen und wer auf den Geschmack gekommen war, konnte sich im Firmenladen gleich mit Alkoholika eindecken.
Über den Rickenpass ging es langsam aber sicher heimwärts. Zuvor legten wir in St. Gallenkappel noch einen Zvierihalt ein. Ein wunderbarer Sonnenuntergang entlang des Zürichsees schloss diesen gelungenen Ausflug ab. Müde aber mit viel neuem Wissen kehrten wir nach einem Tag voller toller Eindrücke nach Gränichen zurück.