Hochbeet-Varianten im Dorf

Das milde und sonnige Wetter lockte über zwanzig Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins und Interessierte mit ihre Fahrrädern Gränichen zu erkunden und in vier Gärten die angelegten Hochbeete zu studieren.

Unsere Route durch das Dorf
Unsere Route durch Gränichen

Nach einer kurzen Fahrt war der erste Halt bei Kurt und Elsbeth Frei. Als begnadeter Handwerker hat Kurt vor vier Jahren das erste Hochbeet als vollständige Eigenkonstruktion zu erstellen. Die Hauptmotivation war, sich beim Gärtnern nicht mehr bücken zu müssen. Für die Konstruktion hat er Douglasienholz verwendet und mit einem Schutzanstrich versehen. Auch hat er einen Holzboden eingebaut, so dass seine Hochbeete nicht mit dem Erdreich verbunden sind, was in diesem trockenen Sommer zu etwas mehr Bewässerungsbedarf geführt hat. Zum Schutz des Holzes sind die Hochbeete innen mit Noppenplastik und Lastwagenblachen ausgelegt. Den Aufbau gestalteten Kurt und Elsbeth mit Geröll und Komposterde. Jedes Jahr ist ein weiteres Hochbeet dazugekommen und in der Zwischenzeit hat Kurt auch jedes Hochbeet mit einer Abdeckung ergänzt, die eine rasche und einfache Abdeckung zum Wetterschutz oder als Beschattung erlaubt. Damit ist es auch möglich den Salat im Winter draussen zu lassen. Elsbeth ist überzeugt, dass die Pflanzen im Hochbeet schneller wachsen selbst wenn die Fruchtfolge nicht immer eingehalten werden kann.

Hochbeete bei Kurt und Elsbeth Frei

Zum zweiten Garten radelte die Truppe quer durch Gränichen ins Unterdorf zu Henri Bapst. Henris Motivation für seine Hochbeete war ebenfalls die bequemere Gartenpflege ohne Bücken. Seine Hochbeete hat Henri einfach aus den Rahmen und Abdeckungen von Frühbeeten zusammengebaut, die er dazu mit einem Boden versehen und auf aus Gartenplatten und Backsteinen Beine gestellt hat. Aufgefüllt hat Henri seine Hochbeete mit Holz und anschliessend Komposterde. Da diese lockerer ist als die übliche Gartenerde muss häufiger gegossen werden. Neben den Hochbeeten stiess ein grosser Feigenbaum auf Interesse. Der absolute Hit war die Kiwi über einer Pergola, die wir vor einigen Jahren an einem Schnittkurs geschnitten hatten. Sie überdeckt jetzt die gesamte Pergola und spendet einen angenehmen und willkommenen Schatten. Zudem ist sie über und über mit Kiwi behangen. Was für ein Bild.

Hochbeete bei Henri Bapst

Der dritte Garten wurde nach kurzer Fahrt im Holtengraben bei Christine und Thomas Adank erreicht. Thomas hat zwischen 2013 und 2015 insgesamt drei Hochbeete errichtet. Dazu hat er einen Bausatz aus Lerchenholz verwendet. Selbstverständlich ist das Lerchenholz mit Noppenplastik vor direktem Kontakt mit der Erde geschützt. Die Hochbeete sind nach unten offen und somit mit dem Erdreich verbunden. Thomas hat darauf verzichtet ein Gitter einzulegen. Trotzdem hat noch nie eine Maus den Weg in eines der Hochbeete gefunden. Aufgefüllt wurden die Hochbeete bis zur halben Höhe mit Steinen, Holzspälten und groben Ästen. Anschliessend wurde mit Erde aufgefüllt. Da das Holz verrottet muss jährlich ca. 20cm Erde aufgefüllt werden. Das üppig wuchernde Kräuterbeet kann im Winter mit einer Plexiglasabdeckung geschützt werden und dient somit auch als Treibhaus im Frühjahr. Thomas hat den gesamten Aufbau der Hochbeete mit einer Fotoserie sehr gut und nachvollziehbar dokumentiert.

Hochbeete bei Cristine und Thomas Adank

Zur vierten und letzten Station war es nur ein paar Schritte. Wir waren schon häufig im Garten von Heidi und Bruno Kolb zu Gast. Diesmal wurde weder geschnitten noch gezweit. Es waren die beiden Hochbeete, die im Vordergrund standen. Auch Bruno hat als Basis einen Bausatz verwendet, hat die Beete jedoch auf Wunsch von Heidi um 10cm höher angelegt indem er Verbundsteine unterlegt hat. Ein Fehler sei gewesen das Douglasienholz mit einer Lasur zu versehen. Da sie häufig Mäuse im Garten haben, sind die Hochbeete mit einem Drahtgeflecht gegen den Untergrund abgeschirmt. Bruno erläutert, dass der übliche Aufbau mit Holz und Erde die Erdtemperatur im Hochbeet erhöht und so sogar mehrere Ernten pro Jahr möglich sind. Der Wasserbedarf eines Hochbeetes ist jedoch grösser als im normalen Garten. Pro Hochbeet werden ca. 2.5m3 Erde benötigt. Bruno empfiehlt die Erde zu kaufen und nicht selber mischen zu wollen, das sei viel zu aufwändig und auch die Qualität der gekauften Erde ist besser. Auch Bruno hat eine Abdeckung konstruiert. Diese dient bei ihm vor allem der Abwehr von Katzen, die die weiche und warme Erde von Hochbeeten für die Verrichtung ihrer Geschäfte schätzen.

Hochbeete bei Heidi und Bruno Kolb

Zum Abschluss durften wir im Garten von Kolbs bleiben und bei Kaffee und Kuchen gab uns Stefan Baumann wertvolle Tipps und Informationen zum Vorgehen bei der Planung und dem Anlegen von Hochbeeten. Auf der interessanten und kurzweiligen Rundfahrt durch Gränichen konnten verschiedene Impressionen gewonnen werden. Viele Erfahrungen wurden ausgetauscht und manche der Teilnehmerinnen konkretisierte Pläne für Hochbeete im eigenen Garten, während sich die männlichen Teilnehmer auf die technische Ausgestaltung und Materialbeschaffung konzentrierten.

22.09.2018
Verfasser
Stefan Vögele / Werner Lerch