Hochstammbäume pflanzen

Vor zwei Jahren haben Doris und Roger Gurtner den Weiermatthof übernommen. Ihr neustes Projekt ist die Pflanzung von 12 Hochstammobstbäumen in der Weiermatt und deren 3 im Fuden.

Eine guten Gelegenheit für den Obst- und Gartenbauverein Gränichen, zusammen mit dem Natur- und Vogelschutzverein Gränichen und unter der kundigen Leitung von Paul Widmer, einen Kurs durchzuführen und damit aktiv an diesem "Generationenprojekt" mit zu wirken.

Ungefähr 20 Teilnehmenden trafen sich bei windigem und zwischendurch heftigem Schneefall. Roger hatte die Bäume und alles Material mustergültig bereitgelegt. Auf der Wiese waren die Pflanzstellen deutlich markiert und auf der Situationskarte die einzelnen Bäume eingetragen, so dass klar dokumentiert ist, welche Sorte wo steht.

Erklärung und Material

Paul Widmer erläuterte ein paar Grundsätze über die Pflanzung und dann ging es zügig daran, gemeinsam den ersten Baum zu pflanzen: Pfosten einschlagen, Loch für die Wurzel graben, Wurzeln anschneiden, Baum positionieren, Erde wieder sorgfältig einfüllen, Wildverbissschutz um den Stamm wickeln und als Abschluss den Baum am Pfosten festbinden.

Das kalte Wetter vergrösserte die Motivation der Teilnehmenden jetzt selber zur Schaufel zu greifen und in kleinen Gruppen wurden die restlichen 11 Bäume mit sorgfältigem Coaching von Paul Widmer im Handumdrehen gepflanzt.

Aber mit dem Pflanzen der Bäume war die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Ebenso wichtig wie die korrekte Pflanzung ist der erste Schnitt des Baumes.

Der Baum hat durch die Verpflanzung viele Wurzeln verloren, deshalb muss auch die Krone entsprechend reduziert werden. Mit dem ersten Schnitt wird auch die zukünftige Form der Krone festgelegt. Schliesslich wollen wir Hochstammbäume, die auch in einigen Jahrzehnten noch eine ansehliche Form besitzen. Paul Widmer vergleicht diese Arbeit mit der Erziehung eines Kindes: in jungen Jahren muss häufig und mitunter stark korrigierend eingegriffen werden, mit zunehmendem Alter sind die Eingriffe weniger häufig notwendig; vor allem jedoch muss der grundlegende Aufbau bereits am Anfang festgelegt und dann konsequent verfolgt werden. Fehler lassen sich später nur mit viel Aufwand korrigieren.

Unter diesem Aspekt begutachteten die Teilnehmenden jeden Baum einzeln. Es wurde diskutiert, welche Äste sich als künftige Leitäste anbieten. Äste wurden aufgebunden oder nach unten fixiert. Auch wenn der Eingriff teilweise radikal erscheint, ist er notwendig um einen gesunden, ertragreichreichen Baum zu erhalten. Und so wurden alle zwölf Bäume für eine lange Zukunft vorbereitet.

die neuen Bäume

Nach getaner Arbeit in der Kälte wurden wir mit einer feinen Suppe mit Spatz, heissem Tee und Kaffee in der Scheune von Gurtners verwöhnt und konnte so von innen und aussen wieder auftauen. Herzlichen Dank für die tolle Bewirtung.

Wir sind gespannt in den kommenden Jahren die Entwicklung der Hochstammbäume zu beobachten und hoffen weitere Kurse im Weiermatthof durchführen zu können.

9.12.2017
Verfasser
Stefan Vögele