Naturwerkstatt Eriwis

Bei sonnigem und zum Glück nicht allzu heissem Wetter wurden die 14 Teilnehmenden des Obst- und Gartenbauvereins vom Präsidenten der Naturwerkstatt Eriwis, Victor Condrau, in der ehemaligen Tonbaugrube oberhalb Schinznach-Dorf begrüsst.

Nach einer kurzen Einführung beim Vereinshaus lud uns Victor ein, die kommende Führung von 2 Stunden durch das 14ha grosse Gelände barfuss zu absolvieren. Nach einer kurzen Verunsicherung kamen die meisten Teilnehmenden der Aufforderung nach und liessen sich auf das besondere Erlebnis ein.

In der Eriwis wurde zwischen 1932 und 1998 Opalinuston abgebaut. Benannt ist diese Tonart nach dem Ammoniten Leioceras opalinum, deren Ablagerungen diese Tonschicht in einem austrocknenden Meer bildeten. Aus der Abbauzeit stammt ein Hügel mitten in der Grube, der als Depot vor dem Verlad auf die Feldbahn angelegt wurde. Auf dem Hügel können jetzt Erstbesiedlerpflanzen studiert werden.

Insgesamt wurden in der Eriwis 350 verschiedene Pflanzenarten inventarisiert. Darunter der grösste Bestand an Erdbeerklee im Kanton Aargau. Die Eriwis kämpft jedoch auch gegen Neophyten, insbesondere das kanadische Berufkraut und die amerikanische Goldrute.

In verschiedenen «Wildbienenhotels» eingerichtet an der Wand des Maschinenschopfs und in freier Wildbahn nisten über 100 Wildbienenarten, davon befinden sich ca. 1/3 auf der roten Liste bedrohter Arten. Die Artenvielfalt wird erreicht durch die Förderung von Vielfalt bezüglich Umgebung und Pflanzen und dem Erhalt von offenen Flächen.

Die Eriwis beheimatet nicht nur zahlreiche Amphibien und Reptilien, auch Reh und Dachs fühlen sich in der Umgebung wohl.

Am Ausgang der Tongrube wurde an einem sonnigen Hang eine Hochstamm-Obstanlage angelegt. Auch in dieser wird die Artenvielfalt gepflegt und die verschiedensten Obstsorten sind vertreten.

Die Naturwerkstatt führt zudem Projekte mit Kindern und Erwachsenen durch um das Gestalten in und mit der Natur zu fördern. Verschiedene Überreste der Projekte waren noch sichtbar und Victor wusste manche interessante und berührende Anekdote zu erzählen.

Nach kurzweiligen 2 Stunden Barfuss-Wanderung durch das ehemalige Tonabbaugebiet erwarteten uns beim Vereinslokal Kaffee und Kuchen. Zuvor jedoch bot sich noch Gelegenheit die müden Füsse in einem Kneippbad zu erfrischen. Beim gemütlichen Beisammensein wurden die Eindrücke ausgetauscht und Victor Condrau beantwortete zahlreiche Fragen zur Naturwerkstatt Eriwis.

18.08.2018
Verfasser
Stefan Vögele