Neophytenbekämpfung

Endlich war es soweit und die erste Veranstaltung nach der erzwungenen Corona-Pause konnte wieder stattfinden. Ein Regenschauer am frühen Morgen machte die Kleiderwahl für die Neophytenbekämpfung anspruchsvoll: Regenjacke, Gummistiefel oder doch lieber T-Shirt und Sonnenschutz? Am besten alles einpacken und situativ umziehen.

Die 37 Teilnehmenden, die sich um 9 Uhr beim Pfendelhüsli einfanden, stellen einen neuen Teilnahmerekord für den Neophytenbekämpfungstag dar. Erfreulich, dass neben den zahlreichen Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins und des Natur- und Vogelschutzvereins, der wiederum für die Organisation verantwortlich zeichnete, auch 3 Mitglieder des Gemeinderates von Gränichen und die Gärtnerin und der Gärtner des Bauamtes Gränichen aktiv teilnahmen.

Schwerpunkt dieses Jahr war die Bekämpfung des Berufkrauts, das sich auf dem Gemeindegebiet teilweise flächendeckend ausbreitet. Eine wirkungsvolle Bekämpfung bedingt das Ausreissen der Pflanze mitsamt der Wurzel. Die ausgerissenen Pflanzen müssen anschliessend verbrannt werden, ansonsten führen die Blüten eine Notreifung durch und versamen. Ein Standort muss während fünf Jahren konsequent bearbeitet werden um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Das zeigt sich an der Kräuterwiese im Refental, bei der das Berufkraut aktuell massiv zurückgedrängt werden konnte.

Aufgrund der zahlreichen Teilnehmenden konnten vier verschiedene Gruppen gebildet werden. Drei Gruppen begaben sich in den Wald in der Gegend um das Pfendelhüsli. Die vierte Gruppe begab sich in den Wald am Schürberg. Da es dort weniger zu tun gab als angenommen, widmete sich diese Gruppe am späteren Morgen einer Weide im Bienstel, wo sich ein ernüchterndes Bild zeigte. Während die Besitzer einer Wiese das Berufkraut konsequent bekämpfen, spriesst es auf der Nachbarwiese ungehindert und bringt damit immer neue Samen auf die bereinigte Weide. Eine Sisyphus-Arbeit.

Corona-gerecht wurde dieses Jahr auf Grilladen und Salatbuffett verzichtet und dafür feine Sandwiches zur Verpflegung angeboten. Nachdem der Morgen zwar kühl begonnen hatte, die Temperaturen gegen Mittag jedoch an der 30-Grad-Marke angekommen waren, waren alle Teilnehmenden froh um eine Pause am Schatten mit kühlen Getränken.

Knapp die Hälfte der Teilnehmenden führte die Arbeiten bis um 16 Uhr im Wald rund um das Pfendelhüsli weiter. Auch wenn eine grosse Mulde mit Berufkraut und Goldruten gefüllt werden konnten, gibt es noch viele dieser invasiven Pflanzen in unserem Wald, so dass weitere Anstrengungen notwendig sind und uns die Arbeit auch in den kommenden Jahren leider nicht ausgehen wird.

Zurück beim Pfendelhüsli konnten sich alle nochmals an Glace und Bier laben, bevor sie nach einem arbeitsintensiven Tag müde nach Hause aufbrachen.

Wir danken der Gemeinde Gränichen für die Unterstützung und das Mittagessen sowie dem Natur- und Vogelschutzverein Gränichen für die tadellose Organisation.

Weitere Informationen zu invasiven Neophyten finden sich auf der Webseite www.neophyt.ch von Erwin Jörg, Dr. rer. nat., dipl. Biologe svu-asep, Sursee.

Der Natur- und Vogelschutzverein Gränichen unterhält eine Karte über Fundorte von Neophyten auf dem Gemeindegebiet: https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1LPLVGDCf7gICTJvJ0iSFqcMg9EI&ll=47.3530455465504%2C8.109750149999968&z=12.

27.06.2020
Verfasser
Stefan Vögele